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Liebe Freunde der Großregion,

mehr und mehr spaltet sich Europa zwischen denen, die daran glauben, dass man gemeinsam mehr erreichen kann und denen, die lieber nationalistische Szenarien beschwören. Dieses rauer werdende politische Klima war auch Thema beim letzten grenzüberschreitenden Frühstückstreffen, organisiert durch das Cnam (Centre d'enseignement de Forbach) und die HTW Saar. Dialogpartner war diesmal Christophe Arend, Abgeordneter des Département Moselle, Mitglied der Kommission für nachhaltige Entwicklung und Raumplanung und Verfechter des europäischen Gedankens. Wichtiger denn je, so betonte Herr Arend, sei es dieser Tage von den Erfolgsgeschichten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu berichten – als Motor der Inspiration für ein offenes und zukunftsorientiertes Europa. In diesem Sinne freuen wir uns, dass sich die Geschichte unseres Projektes stetig fortschreibt und wir Ihnen hier darüber berichten können:

Die länderübergreifende Online-Marktforschung ist durchgeführt und liefert erste Einblicke in die Lebenswelt unserer potentiellen Gäste. Machen Sie außerdem Bekanntschaft mit den Neuzugängen in unserem internationalen Umsetzungsteam und der brandneuen Marke Lorraine (siehe „Bei den Partnern“)!
Und in unserer Expertenecke mit Dirk Rogl dreht sich diesmal alles um das Thema Open Data. Wir wünschen viel Freude beim Lesen!

Aktuelles aus dem Projekt

Am 10.09.2018 erhielt das Projektbüro von der Interreg Verwaltungsbehörde die Genehmigung für die geringfügigen Änderungen, die im Projektbegleitausschuss am 20.02.2018 beantragt worden waren. Damit kann die Umsetzung der Projektmaßnahmen nun korrekt fortgesetzt werden.

Ein Meilenstein wurde mit der Umsetzung der länderübergreifenden Online Marktforschung durch das Sinus Institut gesetzt. Die Befragung zum digitalen Verhalten allgemein und rund ums Thema Reisen wurde in den vier Projektländern Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg, sowie in dem wichtigen Quellmarkt Niederlande durchgeführt. Die Quotierung für die Befragung wurde nach Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Region festgelegt, wobei rund ein Viertel der Befragten aus der Großregion stammt. Mit den Daten lassen sich nun verhaltens- und bedürfnisbasierte Zielgruppen beschreiben, sowohl für die Gesamtheit der Befragten, als auch differenziert nach Region und Soziographie. Eine vergleichbare Studie war bisher in der Region nicht vorhanden. Die Ergebnisse liefern einen echten Mehrwert für das strategische Marketing der Partner und der Projektgemeinschaft. Ausgewählte Erkenntnisse wurden beim letzten Treffen aller Partner am 30.08.2018 in Trier diskutiert. Es lassen sich für das Tourismusmarketing in der Großregion mehrere relevante Zielgruppen herauslösen. Die final ausgearbeiteten Zielgruppen-Analysen werden den Partnern am 13.11.2018 in einem Strategieworkshop in Arlon vorgestellt.

Das Projektbüro arbeitet zudem aktuell an der Konzeptentwicklung für die Informations-und Qualifizierungsmaßnahmen in den Teilregionen. Die Partnerorganisationen selbst erhalten im November und Dezember in maßgeschneiderten Inhouse-Workshops Empfehlungen und Werkzeuge für die Umsetzung ihrer eigenen Digitalisierungsprozesse. Assoziierte Partner wie Tourist-Informationen und Leistungsträger sollen ab 2019 eingebunden werden.

Die Projektmitarbeiter stellen sich vor

In den letzten Monaten gab es einige Neuzugänge bei den Projektpartnern, die eigene Aktionen umsetzen. Hier stellen wir Ihnen die neuen Kollegen aus dem Projektbüro in Saarbrücken (TZS), dem CGT und der FTPL vor:

Seit dem 21. August 2017 ist Igor Petrenko bei der FTPL für die Durchführung der Projektaktion 7 zuständig, in der es um die Analyse des bestehenden Tourismusangebots mit anschließender Einteilung nach Themen und Affinitäten für die Zielgruppe der „Gruppenreisenden“ geht. Was dieses Interreg-Projekt für ihn besonders attraktiv macht, ist sein Potenzial, grenzüberschreitende Kooperation und Abstimmung in vielen Bereichen zu fördern – insbesondere im Hinblick auf den digitalen Fortschritt.

Elodie Valet übernahm ihre Rolle als Projektmitarbeiterin innerhalb des CGT (Commissariat général au Tourisme) Anfang Juli diesen Jahres. Sie widmet sich diesem Projekt mit voller Kraft und unterstützt Daniel Danloy insbesondere bei der Durchführung der Projektaktionen 8 und 9, die auf die Schaffung eines Datensammlers für Tourismusdaten sowie die Erstellung einer mobilen App zur Darstellung des Tourismusangebots der Großregion abzielen. Elodie hat einen Hochschulabschluss in Wirtschaftssprachen. Sie arbeitete vorher im Bereich der neuen Technologien im Rahmen von Ausbildungsmaßnahmen bei der Bahn, änderte dann jedoch ihren Fokus, um multikulturelle und digitale Aspekte stärker miteinander zu verknüpfen.

Seit dem 01. Juni 2018 ergänzt Laura Weis als Projektassistentin das Projektbüro „Digitales Tourismusmarketing für die Großregion", das die Projektaktionen 1 bis 6 steuert und umsetzt. Sie ist hier für die administrativen Tätigkeiten zuständig und unterstützt die Projektleitung in allen Bereichen. Besonders die spannenden und innovativen Aufgaben in einem grenzüberschreitenden touristischen Partnerteam mit dem Schwerpunkt der Digitalisierung sind für sie reizvoll.

Termine:

Letzte Umsetzungen

Seit August Kompatibilitätsprüfung der Datenbanken der Partnerregionen durch das CGT (Projektaktion 8, Erstellung eines Datensammlers)
30.08.2018 Projektpartnersitzung in Trier mit Vorstellungen der ersten Ergebnisse der grenzüberschreitenden Marktforschungsstudie durch das Sinus-Institut
06.09.2018 Vorstellung der neuen Marke Lorraine in Pont-à-Mousson
11.09.2018 Arbeitsgruppentreffen zur Projektaktion 7 (Inventar des touristischen Angebotes in der Großregion für Gruppen)
Teilnahme der Projektleitung am Dialog mit Christophe Arend (Abgeordneter des Département Moselle und Vorsitzender der Deutsch-Französischen Freundschaftgruppe der Assemblée Nationale) beim deutsch-französischen Themenfrühstück in Forbach
18.09. – 20.09.2018 Teilnahme Frau Weis an der Outdooractive Conference in Immenstadt
20.09.2018 Teilnahme Projektleitung an der Konferenz „Natur- und Kulturerbe der Großregion“ in Bourglinster
05.10.2018 Koordinationstreffen zwischen dem CGT und dem Projektbüro zur inhaltlichen Abstimmungen der Projektaktionen 3, 7 und 8 (Content-Strategie und Vorbereitung und Realisierung des Datensammlers)
16.10.2018 Schulung des Interreg Programmes zum Thema Kommunikation und Kapitalisierung in Trier
18.10.2018 Arbeitsgruppentreffen zur Projektaktion 8 in Arlon (Erstellung eines Datensammlers)

Bitte Vormerken:

13.11.2018 Strategieworkshop der Projektpartner zu den Ergebnissen der grenzüberschreitenden Online Marktforschung mit dem Sinus Institut; anschließend Projektpartnersitzung
14.11.2018 2. Fachkonferenz Tourismus, ausgerichtet vom Eurodistrict Saar-Moselle
voraussichtlich ab 22.11.2018 Umsetzung der Berater- Workshops zu Optimierungsansätzen in der eigenen Digitalisierungsstrategie, durchgeführt durch die Consulting Firma netzvitamine GmbH in allen Partnerregionen

Bei den Partnern

Lorraine Tourisme startete seine allerneueste Kampagne mit dem Namen „Sortez du cadre“ in Paris und Lille am Mittwoch, dem 19. September.

Lothringen von seiner besten Seite

Da diese Kampagne zum ersten Mal die Sprachelemente der neuen Marke „Lorraine" benutzt, zeigt „Sortez du cadre“ Lothringen in all seinen Facetten. Sowohl das Konzept als auch die Bilder heben hervor, dass es sich um ein modernes, freches, überraschendes Reiseziel handelt, das ein breit gefächertes Publikum dazu einlädt, seine Urlaubsgewohnheiten zu ändern…also gewohnte Pfade zu verlassen!
Dazu stützt sich Lorraine Tourisme auf starke Bilder in Kombination mit den Schlüsselthemen der Destination wie: Natur, Wandern, Kulturerbe, Gastronomie, Know-How, Freizeit, Wohlbefinden und Events. Den ganzen Sommer hindurch wurden Aufnahmen gemacht, um so die für die Kampagne nötigen Photos und Videos zusammenzutragen.

Eine 100%ig digitale Kampagne

Da das Image der Destination moderner werden sollte, entschied sich Lorraine Tourisme dazu, digitale Supports der allerneuesten Generation zu nutzen, um seine Botschaft zu transportieren – so z.B. Digital-Totems (digitale Anzeigetafeln). Um das Ergebnis noch einprägsamer und griffiger zu machen, wird das Werbevideo „Sortez du cadre“ über speziell dafür konzipierte Sets von zwei bis vier Totems gezeigt. Zusätzlich wurde von Lorraine Tourisme eine Landingpage eigens dazu entwickelt, den zukünftigen Reisenden noch mehr Informationen zu bieten. Und um immer nah am Kunden zu bleiben, wird über die sozialen Netzwerke von Lorraine Tourisme ein zielgruppengerechtes Werbevideo verbreitet.

Eine partnerschaftliche Kampagne

Für diese Kampagne 2018 schlossen sich Lorraine Tourisme zwei neue Partner an: der Tierpark von Sainte-Croix und Meuse Tourisme. Das Konzept „Sortez du cadre“ wurde in Abstimmung mit ihnen gestaltet.

Expertenecke

In der deutschsprachigen Tourismus-Branche ist derzeit „Open Data“ in aller Munde - mit all seinen Chancen und Risiken. Dementsprechend wurde es auch bei der diesjährigen Outdooractive Conference intensiv diskutiert. Aus dem Projektbüro nahm Laura Weis an der Konferenz teil und konnte viele aufschlussreiche Gespräche führen. Dirk Rogl, Fachmann für Online-Marketing, Social Media und Travel Technology, erklärte sich bereit, ein Kurzinterview zu diesem spannenden Thema zu geben.

Alles und nichts. Denn es gibt noch keine fertige Technologie, keine Spezifikationen, erst recht keinen akzeptierten Standard. Aber es wächst die Erkenntnis, dass Gastgeber ihre Sichtbarkeit im Internet deutlich erhöhen können, wenn sie ihre Datenbestände frei zugänglich verbreiten, und zwar möglichst ohne jegliche Hindernisse: keine Log-Ins, keine Copyrights, keine Limits.

Alle Destinations-Marketing-Organisationen befinden sich in einem Wettbewerb um die Informationshoheit. Kunden, Reiseblogger, Medien oder auch Social-Media-Plattformen liefern eine enorme Datenflut. Und die großen Portale, allen voran Google, sind sehr wohl in der Lage, diese frei verfügbaren Daten so aufzubereiten, dass sie einen hohen Nutzen für den User erzielen. Quasi jedes Zielgebiet läuft Gefahr, dass ihr eigener Internet-Auftritt weniger Informationstiefe bietet als die großen Portale. Die Lösung ist die Partizipation. Ich glaube jedoch, dass jede Destination gut überlegen sollte, ob sie ihre gesamten Daten wirklich offen und damit unkontrolliert im Netz verteilt.

Ja. Sie muss das sogar zwingend und ganz individuell entscheiden. Einerseits kann Open Data zweifelsfrei die Sichtbarkeit einer Destination im Internet erhöhen. Andererseits ist Exklusivität auch im Internet ein teures Gut. Das Gegenteil von Open Data ist Unique Content. Und auch der ist im Online Marketing ein Schlüssel zum Erfolg. Richtig gute Insider-Tipps von den Gastgebern vor Ort beispielsweise können möglicherweise auch ein großartiger Mehrwert für Stammgäste oder wichtige Partner sein. Open Data in Reinkultur ist also sowohl Chance als auch Risiko. Deshalb rate ich zu einer Mischform, dem so genannten Controlled Open Data. Sie beinhaltet eine zusätzliche Informationsebene für starke Partner wie eben den Gast oder etwa auch das bevorzugte Vertriebsportal.