Industriekultur

Lange Zeit prägten die umfangreichen Bodenschätze der Großregion die hier lebenden Menschen. Bereits bei den Kelten hatte die Eisengewinnung einen hohen Stellenwert. Bergbau und Metallverarbeitung nahmen über viele Jahre eine Schlüsselrolle ein.

Die Industrialisierung steigerte diese Bedeutung zusehends und die Eisen- und Stahlindustrie drückte der Landschaft ihren Stempel auf. Ehemals weit verbreitet waren auch Glas-Hütten und Kristallerien, die heutzutage jedoch fast alle stillgelegt sind.

Doch von wegen altes Eisen! Zahlreiche Industriedenkmäler geben heute spannende Einblicke in Technik und Arbeitswelten dieser Epoche.

UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte
© Gerhard Kassner

UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Völklingen/Saarland

Die ehemalige Roheisenproduktion der Völklinger Hütte, heute UNESCO-Weltkulturerbe, zählt zu den bedeutendsten Standorten der Industriekultur in Europa. 1986 stillgelegt und unter Denkmalschutz gestellt, ist das weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Eisen- und Stahlindustrie nun ein aufregender Kulturort des 21. Jahrhunderts.

Musée Les Mineurs Wendel
Musée Les Mineurs Wendel - © Musée Les Mineurs Wendel

Musée Les Mineurs Wendel

Petite-Rosselle/Lothringen

Der Parc Explor Wendel in Petite-Rosselle liegt mitten im ehemaligen Kohlenbecken Lothringens. Das Musée Les Mineurs Wendel stellt auf anschauliche Weise die Ära des Kohlebergbaus und insbesondere das Alltagsleben der Bergleute dar. Das Schaubergwerk La Mine Wendel präsentiert in nachgebauten Stollen Abbautechniken und Maschinen, die in Frankreich bis 2004 verwendet wurden.

Parc Industriel et Ferroviaire du Fond-de-Gras

Pétange/Luxemburg

Der Industrie- und Eisenbahnpark Fond de Gras im Luxemburger Erzbecken diente ehemals als wichtige Umladestation für die Eisenerzvorkommen, die in den benachbarten Minen abgebaut wurden. Heute kann die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschlossene Anlage wieder besichtigt werden. Das eingerichtete Freilichtmuseum zeigt Exponate aus der Hochzeit der Schwerindustrie bei Differdange und Pétange. Der dortige Industrie- und Eisenbahnpark lässt die Zeit des Bergbaus in der Großregion wieder neu aufleben.

Edelsteinmine Steinkaulenberg
Edelsteinminen im Steinkaulenberg - © Edelsteinminen im Steinkaulenberg

Edelsteinmine Steinkaulenberg

Idar-Oberstein/Rheinland-Pfalz

Die Edelsteinmine Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein ist die einzige zur Besichtigung freigegebene Edelsteinmine in Europa. Bereits 1375 werden erstmals Achatvorkommen im Saar-Nahegebiet schriftlich erwähnt. Der erste ausführliche Bericht zu tieferen Grabungen datiert aus dem Jahre 1774. Nach zwei Jahrhunderten des Abbaus, wurde die Mine 1977 in einen Besucherstollen umgewandelt. Seit 2006 steht im Gebiet der ehemaligen Abraumhalden ein Edelsteincamp zur Verfügung, auf dem die Touristen mittels Pickel und Schaufel auf Schatzsuche gehen können.  

Saarländisches Bergbaumuseum
Saarländisches Bergbaumuseum - © Saarländisches Bergbaumuseum

Saarländisches Bergbaumuseum

Bexbach/Saarland

Erleben Sie Bergbau zum Anfassen im Saarländischen Bergbaumuseum – eingebettet in die wunderschöne Parklandschaft des Blumengartens der Stadt Bexbach. Das einzigartige Ensemble von Museum, Untertageanlage und Blumengarten bietet die Gelegenheit, die Geschichte der Welt Untertage kennen zu lernen.

Stöffel-Park
Tertiär-Industrie-Erlebnispark Stöffel-Park - © Tertiär-Industrie-Erlebnispark Stöffel-Park

Stöffel-Park

Enspel/Rheinland-Pfalz

Im Herzen des Westerwalds, zwischen Nistertal, Enspel und Stockum-Püschen, liegt eine ganz besondere Schatzkammer: Der Stöffel-Park mit einer weltweit bedeutenden Fossillagerstätte und einem einmaligen Industrie-Ensemble. 25 Millionen Jahre Erdgeschichte werden hier lebendig, erhalten in den Ablagerungen eines Maarsees. Und mehr als 100 Jahre Industriegeschichte werden wach, dokumentiert am Basaltabbau und Basaltverarbeitung. Erlebnisräume, ein See und ein einzigartiges Freigelände bilden die fantastische Kulisse für Ihr ganz persönliches Abenteuer in der Welt des Wissens.

Erlebnisbergwerk Velsen
Erlebnisbergwerk Velsen - © Erlebnisbergwerk Velsen e.V.

Erlebnisbergwerk Velsen

Saarbrücken/Saarland

Das Erlebnisbergwerk Velsen ist das letzte verbleibende Bergwerk aus der Steinkohlenära des Saarlandes und kann besichtigt werden. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerk Velsen diente bereits im 2. Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft der Grube Velsen. Das war der Anfang!

Les Hautes Mynes
Les Hautes Mynes - © Les Hautes Mynes

Les Hautes Mynes

Le Thillot/Lothringen

Wandeln Sie auf den Spuren der Kupferminenarbeiter der Herzöge von Lothringen und entdecken Sie das erstaunliche Kulturerbe, das hier zwischen 1560 und 1761 in den Granit gegraben wurde. Tief in der Mine de la Rouge-Montagne erkunden Sie mit Helm und Stirnlampe ausgerüstet die unterirdischen Gänge. Der Rundgang unter Tage wird durch eine sehenswerten Bergbauausstellung ergänzt.

Kupfergrube Stolzembourg
Kupfergrube Stolzembourg - © Kupfergrube Stolzembourg

Kupfergrube Stolzembourg

Stolzembourg/Luxemburg

Die Besichtigung beginnt am Kupfergrubenmuseum, wo die Geschichte des Bergwerks und die Geologie im Naturpark Our im Mittelpunkt stehen. In einem Videofilm erzählen ehemalige Bergleute von ihrer Arbeit untertage. In Begleitung eines Gästeführers geht es über den thematischen Lehrpfad zur Kupfergrube, wo Sie 50 m unter der Erde den schwierigen Abbau des Kupfererzes hautnah kennen lernen.

Römerbergwerk Meurin
Römerbergwerk Meurin - © Römerbergwerk Meurin

Römerbergwerk Meurin

Kretz/Rheinland-Pfalz

Das größte römische Untertagetuffbergwerk nördlich der Alpen ist bei Kretz zu besichtigen. Ein Film im „Kinostollen“ entführt in die gefährliche und staubige Welt des Tuffabbaus. Ein Areal von 2500 m2 ist von einer futuristischen Stahl-/Glas-Konstruktion überdacht und schützt das Grabungsgelände.

Besucherbergwerk Fell
Besucherbergwerk Fell - © Besucherbergwerk Fell

Besucherbergwerk Fell

Fell/Rheinland-Pfalz

Das Besucherbergwerk Fell lädt Sie dazu ein, die Geschichte des Bergbaus hautnah zu erleben. Das Bergwerk „Barbara-Hoffnung“, im Nossertal zwischen Fell und Thomm gelegen, besteht aus zwei übereinander liegenden, typischen Dachschiefergruben (Bergwerken) des ausgehenden 19. Jhs. Seit März 2013 ist zudem das neue Info-Zentrum mit interaktiver Ausstellung zur Bergwerksgeschichte geöffnet.

Erzgrube Sankt Anna Stollen
Erzgrube Sankt Anna Stollen - © Erzgrube Sankt Anna Stollen

Erzgrube Sankt Anna Stollen

Nothweiler/Rheinland-Pfalz

Im als technischen Kulturdenkmal ausgezeichneten Sankt Anna Stollen erfahren Sie Wissenswertes zu historischen Abbautechniken und den Arbeitsbedingungen im Bergbau. Ein 420 m langer, ebenerdiger Rundgang führt zu den Naturwundern unter Tage, zu rotleuchtenden Felsendomen und farbenprächtigen Erzadern.

Rechter Schieferstollen

Recht/Ostbelgien

Der Rechter Schieferstollen wurde in den 1880er Jahren von den Brüdern Margraff nahe dem belgischen Örtchen Rechten angelegt. Er besteht aus einem oberen und einem unteren Stollen, der etwa in 60 Metern Tiefe liegt. Der abgebaute blaugraue beziehungsweise rotviolette Rechter Blaustein wurde aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften über die Landesgrenzen hinaus geschätzt. Heute ist das Denkmal Eifeler Industriegeschichte zu einem modernen Museum umfunktioniert, das die Geheimnisse unter Tage preisgibt.

Parc du haut-fourneau U4

Uckange/Lothringen

Uckange in Lothringen war einst eine Hochburg der Stahl- und Eisenproduktion. Das Feuer im ältesten Hochofen Frankreichs, dem „U4“, ist erst 1991 erloschen. 2007 wurde das gewaltige Industriedenkmal wieder zum Leben erweckt und ermöglicht Touristen seither einen umfassenden Blick tief ins Innere dieses riesigen Stahlmonsters. Die Lichterinstallation „Aller Sonnen“ von Claude Lévêque verschafft dem monumentalen Bauwerk bei Dunkelheit ein ganz besonderes Flair.  

Schiefergrube Herrenberg

Bundenbach/Rheinland-Pfalz

In der Schiefergrube Herrenberg erhält der Besucher einen authentischen Einblick in den Abbau des Gesteins, welches hier im Hunsrück vom Mittelalter bis in die 1970er Jahre abgebaut wurde. Direkt an den Schieferstollen ist ein Fossilien-Museum angeschlossen, welches dank seiner unglaublichen Vielfalt an versteinerten Meerestieren aus der Grube weltweite Berühmtheit erlangte. Ein weiterer Höhepunkt ist der abgetrennte Therapiestollen, der zur Linderung von Lungenerkrankungen dient.

Eifelmuseum mit Deutschem Schieferbergwerk

Mayen/Rheinland-Pfalz

Das Eifelmuseum in der Genovevaburg bietet spannende Einblicke in die Landschafts- und Kulturgeschichte der Eifel. Tief unter der Burg bildet ein Stollensystem die faszinierende Kulisse für das Deutsche Schieferbergwerk, in dem die Geschichte des Schieferbergbaues in der Eifel anschaulich dargestellt wird.

Historisches Kupferbergwerk

Beckingen/Saarland

Begeben Sie sich auf einen abenteuerlichen „Tauchgang nach Untertage“ mit den Überraschungseffekten der neuen Licht- und Toninstallation „Mystallica“ im Historischen Kupferbergwerk. Nach der Bergwerksbesichtigung können Sie auf einem Rundweg die Übertageanlagen, z. B. die neue Kupferhütte, erkunden und zum Abschluss im Huthaus gemütlich einkehren.

DAS ERBE – Die Ausstellung zum Bergbau im Saarland

Schiffweiler/Saarland

Drei Themenwelten lassen die Besucher des früheren Bergwerks Reden die Bergbaugeschichte „von unten erzählt“ erleben: Die Ausstellung beginnt mit der Arbeit unter Tage und hält schließlich fest, was vom Bergbau bleibt. Präsentiert wird die Ausstellung in Form thematisch gegliederter „Stollen“ und „Querschläge“, die die Welt unter Tage mit dem übertägigen Leben verbinden – ein ganz besonderes Erlebnis.

Gebrüder Stumm

Neunkirchen/Saarland

Die Gebrüder Stumm gründeten 1806 in Saarbrücken einen Montankonzern, der zeitweise zu den größten Industrieunternehmen in Deutschland zählte. Friedrich Philipp, Christian Philipp und Johann Ferdinand begannen Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Kauf der Neunkircher Hütte, der Fischbacher Schmelze und dem Halberger Werk ihr Imperium aufzubauen. 1891 kam die Hochofenanlage „U4“ in Uckange hinzu, durch die das Familienunternehmen zu einem Marktführer aufstieg. Über sechs Generationen hinweg sind durch die Familie Stumm mehr als zwanzig Eisenhütten und Eisenhämmer betrieben oder errichtet worden.